Carl und Margit Roesch im Museum kunst + wissen

In regelmässigen Abständen wird die Dauerausstellung im Museum kunst + wissen in Diessenhofen neu gehängt, um die Vielfältigkeit des Werkes von Carl Roesch zeigen zu können.

Carl Roesch_Stilleben mit Birnen und Glas_1935

Die derzeitige Hängung orientiert sich an unterschiedlichen Themenfeldern.

Beginnend mit der Ateliersituation, über frühe Landschaftsbilder, das bäuerliche Umfeld und Stillleben, gefolgt von Auseinandersetzungen mit Vorbildern wie Cézanne, bis hin zu den abstrakten Kompositionen des Spätwerkes – chronologisch führt die Ausstellung durch das gesamte Lebenswerk des Künstlers. An ein paar Stellen wird mit der Chronologie absichtsvoll gebrochen und Früh- und Spätwerk werden einander direkt gegenübergestellt.

Eingestreut finden sich ebenso Arbeiten von Margrit Roesch, die selbst eine ausgebildete Künstlerin war. Wie kleine Dialoge verdeutlichen diese Bildkonstellationen, die Bezugnahme der beiden aufeinander. In der gegenseitigen Beobachtung im Atelier, in ihrer  Wahl ähnlicher Motive finden Annäherungen als auch klare Abgrenzungen statt.

Für Carl Roesch war das Thema „Farbe“ von grosser Bedeutung. Die Auflösung des Sichtbaren in Farbflächen, die Reduktion auf geometrische Formen, das Spiel mit zarten Farbklängen lässt sich in zahlreichen Variationen eines Motives nachvollziehen.

Der Faltenwurf schliesslich ist eines der Grundmotive im Werk von Carl Roesch. Sei es im „Stillleben mit blauen Tüchern“, in den langen Röcken der Bäuerinnen oder in der aufgehängten Wäsche. Am Wurf der Falten, in den Gewändern der Bäuerinnen, in ihren Kopftüchern vollzieht sich der Übergang von der „realistischen“ Volumendarstellung zur abstrakten, monumental wirkenden Flächenkomposition.