Lichterfüllte Bilder

Carl Roesch ist ein wichtiger Vertreter der Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Glasmalerei nimmt in seinem frühen Schaffen einen besonderen Stellenwert ein. Sie setzt um 1910/11 mit mehreren öffentlichen Aufträgen und einer ersten Ausstellungsbeteiligung mit Glasscheiben im Imthurneum in Schaffhausen ein. Roesch fand als Glasmaler schnell Anerkennung, auch beim deutschen Glasmalereifabrikant Gottfried Heinersdorff.

Das frisch vermählte Ehepaar Carl und Margrit Roesch-Tanner wohnte im sog. Toggenburgerhaus direkt am Rhein in Diessnhofen, wo Carl Roesch eine Zeitlang ein Glasmalerei-Atelier betrieb. Die Verlobungsscheibe des Paares befindet sich im Museum kunst + wissen und ist mit 1910 datiert. Weitere Glasfenster von Carl Roesch findet man in Diessenhofen im Primarschulhaus (siehe Abbildung unten) und im ehemaligen Bezirksgebäude (heute Polizeiposten).

Einen wichtigen Zyklus stellen die expressiven Glasmalereien in der evangelischen Kirche Schlatt TG dar, die am Samstag, 10. September 2022 (14 Uhr), im Kirchgemeindehaus in Form eines Vortrags und einer anschliessenden Besichtigung vorgestellt und kontextualisiert werden. Carl Roesch arbeitete damals mit Anton Kiebele, einer Glasmalerei-Werkstatt in St. Gallen, zusammen.

Der zehn figurative und zwei ornamentale Glasfenster umfassende Zyklus in der evangelischen Kirche Amriswil, wie die Kirchenfenster von Schlatt aus dem Jahr 1922 datierend, ist Roeschs bedeutendste Arbeit auf dem Gebiet der Glasmalerei.

1957 schuf der 73-jährige Künstler ein von rhythmischem Zusammenspiel abstrahierter Formen und von berückender Farbharmonien getragenes Werk für die evangelische Kirche in Kesswil.

Carl Roesch schuf auch Standesscheiben für Amtstuben und Glasscheiben als Schmuck für private Stuben.

Im Juni 2022 erscheint eine vom Vitro Centre Romont herausgegebene Publikation zu den Glasmalereien im Kanton Thurgau, die auch einen Beitrag über Carl Roesch und sein gläsernes Werk enthält. Weitere Infos: Link