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Künstlerische Intervention in der Roesch-Sammlungsausstellung

«IN TRES» Adrian Bütikofer und Gian Gianotti bei Carl Roesch

Tildy Hanhart hat dieses „IN TRES-Interventionsprojekt“ in der Dauerausstellung von Carl Roesch kuratiert. Sie hat es mit Lucia Angela Cavegn und den beiden Künstlern der Ausstellung IN DUOS, dem Plastiker Adrian Bütikofer und dem Maler Gian Gianotti, entwickelt. Es geht um einen Dialog ihrer Werke mit den Bildern von Carl Roesch. Der Dialog beginnt im Eingangsbereich der Dauerausstellung mit einer Kontrastversion von Gian Gianotti zum frühen Selbstbildnis von Carl Roesch und mit der Stele „Wandlung“ von Adrian Bütikofer zum grossen Gemälde „Stillleben mit blauen Tüchern“. Diese Gegenüberstellungen werden fortgesetzt in den drei Räumen rheinseits.

Im Ostraum bezieht sich Adrian Bütikofer mit seiner Skulptur "Verwandlung V" („Begegnung“) und weiteren Werken auf das Sich Bewegen und Begegnen im Raum, das Roesch in verschiedenen Epochen immer wieder aufgreift und darstellt.

Für den mittleren Raum hat Tildy Hanhart aus dem Roesch-Oeuvre Bilder ausgewählt und die zwei Gast-Künstler eingeladen, darauf zu antworten. Auf die „Figuren vor der Tür“, die „Felder“ und den „Baum am Rhein mit Spaziergängern“ von Roesch bezieht sich Bütikofer mit seiner Plastik „Figures I“ und mit seiner Stele „Internal Twist“. Gianotti malte zum Rheinspaziergang mit Baumgeäst von Roesch zwei Versionen eines grünbelaubten Baumes, einem grossen und einen kleinen Baum im satten Sommergrün und deutet mit Farbtupfern die Spaziergänger an.

Im Westraum kontrastiert Gian Gianotti seine von Farbklängen bestimmten Bilder mit dem farblichen Spektrum in den Kompositionen von Roesch. Durch diese Gegenüberstellungen werden neue Aspekte in den Arbeiten der drei Künstler und generationenübergreifende Berührungspunkte in ihrem Gestalten sichtbar.

Dauerausstellung mit wechselnden Interventionen

Werke  von Carl und Margit Roesch-Tanner

In regelmässigen Abständen wird die Sammlung im Museum kunst + wissen in Diessenhofen neu präsentiert, um das künstlerische Schaffen von Carl Roesch und seiner Frau Margrit Roesch-Tanner aus verschiedenen Blickwinkeln zu erschliessen.

Die aktuelle Hängung schlägt einen Bogen von den frühen Landschaftsbildern über die Auseinandersetzung mit künstlerischen Vorbildern wie Cézanne zu den abstrahierten Kompositionen des Spätwerkes.

Momentan hängen keine Werke von Margrit Roesch. Diese werden ab 4. September 2021 im ehemaligen Atelier des Künstlerpaars zu sehen sein.

Wechselnde künstlerische Intervention

Drei Räume der mittleren Etage werden neu durch den Winterthurer Künstler Nicola Grabiele (*1965) in Form einer künstlerischen Intervention bespielt. Seine Aedicula-Serie eröffnet einen frischen Blick auf das Spätwerk von Carl Roesch (1884–1979). Roesch näherte sich in seinem Spätwerk der Abstraktion an. Farb- und Formgebung sowie die Textur der Maloberfläche gewannen gegenüber dem Bildmotiv an Gewicht.

Die Malerei von Nicola Grabiele ist mit jener von Carl Roesch vergleichbar. Seine unbesetzten, somit „leeren“ Aediculae strahlen Stille, Raum und Zeit aus. Sie umrahmen Leere, aber auch Offenheit; zugleich wirken sie sinnlich, denn die in mehreren Schichten aufgetragene Maloberfläche scheint zu atmen. Traditionellerweise beschreibt der Begriff Aedicula ein kleines architektonisches Bauwerk, ein Tempelchen oder eine Nische mit der Funktion ein „Objekt“, meist eine sakrale Figur, zu beherbergen und zu beschützen. Die künstlerische Intervention ist das Resultat eines regen gedanklichen Austausches zwischen dem Künstler und der Museumsdirektorin.

Nicola Grabiele wurde 1965 als Sohn italienischer Einwanderer in Winterthur geboren. Verwandtschaftliche und freundschaftlichen Beziehungen wie auch die Kunst verbinden ihn eng mit dem Kanton Thurgau. Von 1997 bis 2002 wohnte Nicola Grabiele in Felben-Wellhausen bei Frauenfeld. Während vieler Jahre war er Aktiv- und Vorstandsmitglied des Vereins kunstthurgau. Zuvor gründete er zusammen mit anderen Thurgauer Künstlern die legendäre Gruppe Ostblock. Auch war er ein guter Freund von Juri Borodatchev (1945–2011), ein Maler, der zuletzt in Diessenhofen lebte.

Die Ausstellung dauert bis 29. August 2021

Standort:
Museumsgasse 11
8253 Diessenhofen

Kontakt:
Lucia Angela Cavegn, lic. phil. Kunsthistorikerin/Historikerin
Kulturbeauftragte der Stadtgemeinde Diessenhofen/Museumsdirektorin
Email: museum@diessenhofen.ch
Telefon: +41 52 533 11 67  (in dringenden Fällen: +41 78 791 40 42)

Öffnungszeiten:
Fr/Sa/So 14 bis 17 Uhr

Erreichbarkeit:
Ab Bahnhof Diessenhofen in 7 Minuten
Ab Schifflände in 5 Minuten
Ab Parkplatz Viehwiese in 3 Minuten