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Das massive Gebäude der Sihlpost wurde 1928 bis 30 durch die Architekten Gebr. Bräm im Stil des Neuen Bauens errichtet. Das Gebäude war eine der grossen Bauaufgaben Zürichs der damaligen Zeit und wurde wegen der Eisenbetonkonstruktion des Ingenieurs Robert Maillard in Fachzeitschriften vielfältig gewürdigt.

Die beiden Mosaikportale von Carl Roesch fügen sich dezent in die Fassade des grossen Gebäudeblocks ein. Farblich sind sie in sanften, natürlich wirkenden Braun- und Blautönen gehalten. Mit der Eröffnung der Sihlpost 1930 begann die Mechanisierung der Postverarbeitung in Zürich. Carl Roesch ordnete jeweils 13 Einzelfelder mit Motiven und figürlichen Szenen zu den Themen «Transport und Verpackung» symmetrisch um die Eingangsbereiche. Beide Portale sind nach dem gleichen Schema aufgebaut und stehen durch die Bewegungsrichtungen der jeweils sechs Motive auf den Aussenfeldern in Beziehung zueinander. So ist das Portal in der Kasernenstrasse 95 als "Portal des Aussendens" zu deuten, das Portal Kasernenstrasse 97 als «Portal der Ankunft».

Moderne Formen des Transportes zu Wasser, auf dem Land und in der Luft stehen in beiden Portalen gleichwertig neben traditionellen und exotischen Transportmitteln. Neben gängigen Symbolen wie dem der Brieftaube gestaltete Carl Roesch die damals neue Form der Luftpostflüge mit einem Propellerflugzeug und fremdländische Arten des Warentransportes mit Kamelen, Eseln oder Kanus. Die je sechs Innenfelder zeigen im oberen und unteren Feld detailliert ausgeführte menschliche Paare, während die Mittelfelder eine sehr reduzierte Formensprache sprechen. Zum Ornament oder Symbol abstrahiert sind hier Arten der Verschnürung oder Bündelung dargestellt. Die Wahl exotischer Motive, afrikanische, ozeanische und asiatische, zeugen auch bei Carl Roesch vom damaligen Interesse an den sogenannten «primitiven Völkern». Sie sind Ausdruck einer Suche nach Unmittelbarkeit und Einfachheit. Das Alltagsleben der Naturvölker wurde zum Sinnbild eines ungezwungenen und ursprünglichen Lebens.

Carl Roesch zeigt in den Portalen ein alle Kulturen und Völker verbindendes Element, nämlich die unverfälschten emotionalen Reaktionen auf die Ankunft von Nachrichten. So deutet eine Geste Trost an, eine andere Neugier, Innigkeit oder Freude. Im «Portal der Ankunft» legt der Künstler die Gewichtung auf die Freude. Ein Korb mit Früchten, eine Schatulle mit Schmuck und Geschmeiden oder das Paket zum Weihnachtsfest sind Geschenke, deren tieferer Wert sich im zwischenmenschlichen Zusammensein, im gemeinsamen Erleben und Teilen zeigt.

 (Text: Helga Sandl / Kunsthistorikerin)

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Die «Schmiede Wiedikon» bildet das Zentrum der früheren Gemeinde Wiedikon, dem heutigen Kreis 3 in Zürich. Die 1808 errichtete Schmiede gab der Gegend ihren Namen, die sich nach der Eingemeindung 1893 vom Dorf in ein städtisches Quartier entwickelte. 1933 wurde die alte Schmiede (Ecke Birmensdorferstrasse / Schlossgasse) abgebrochen und durch ein städtisches Wohn- und Geschäftshaus ersetzt. Für die Aussenfassade des Neubaus gestaltete Carl Roesch 1934 sein erstes grossformatiges Würfelmosaik über dem damaligen Eingang zum gleichnamigen Restaurant.

Seit 1923 experimentierte Carl Roesch mit dem Medium der «Steinmalerei» und hatte bereits zahlreiche kleinere Mosaike in seinem Atelier angefertigt. Diese Bildtechnik ermöglichte ihm eine individuelle Formulierung eines monumentalen Primitivismus.

Auf die geschichtliche Bedeutung und Situation des Hauses Bezug nehmend wählte Roesch das Motiv des Hufschmiedes. Er zeigt die Werkstatt in einer radikalen Reduktion auf drei Bildelemente: den Schmied an der Esse mit dem Blasebalg, den Bauer mit seinem zu beschlagenden Pferd und einen Pflug als Beispiel für ein typisches Produkt der Schmiede. Die einzelnen Elemente sind flächig nebeneinander angeordnet. Die Figuren stehen in Verbindung zu den ihre Tätigkeit charakterisierenden Gegenständen. Die Betonung der Bildparallelen und das Fehlen eines Bildraumes sowie die angewandte Körperperspektive, bei der die Grösse der einzelnen Figuren nicht durch ihre Position im Raum bedingt ist, verleihen den drei Akteuren - dem Schmied, dem Bauer und dem Schimmel - eine monumentale Präsenz.

Auf den ersten Blick wirken die Figuren relativ starr. Bei der Betrachtung der Details zeigt sich, dass durch die gekonnt angewandte Technik des Mosaiklegens den Motiven eine strukturelle Lebendigkeit eingezeichnet ist. Betont werden einerseits die Umrisslinien, andererseits bilden die Steinlagen eine Binnenzeichnung, die den Gewändern und Gesichtern Dynamik, Ausdruck und eine stoffliche Qualität gibt.

Carl Roesch gelang in diesem Mosaik eine Verbindung von monumentalem Flächenstil und expressiv zeichnerischer Modellierung. Durch Isolierung, grosszügige Flächenorganisation und reduzierte Formensprache übersetzte er die Einfachheit der handwerklichen Arbeit,  - ihre Derbheit, Stärke und Festigkeit - in formale Elemente der Komposition. Indem er ein traditionelles Handwerk mit einer damals innovativen Bildtechnik darstellte, gelang es ihm, einen direkten Bezug zwischen der Schlichtheit und Modernität des Gebäudes und der Geschichte und vergangenen Nutzung des Ortes herzustellen. Dadurch betonte er sowohl die Spezifik des Ortes als auch die des Gebäudes.

(Text: Helga Sandl / Kunsthistorikerin)

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Das 1934 von der Direktion der eidgenössischen Bauten entworfene Postgebäude zählte zu den «modernen» Architekturen der Zeit.

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Vom 25. Mai bis 25. November 1937 fand die Weltausstellung in Paris unter dem Titel «Kunst und Technik im modernen Leben» statt. Der Grundidee der vorangegangenen Weltausstellungen folgend, wurden auch 1937 die grössten Errungenschaften aller wichtigen Nationen aus den Bereichen Wissenschaft, Technik und Kunst gezeigt. Der Anspruch, der hinter dem programmatischen Titel steckte, war jedoch neu. Die Frage nach der Rolle von Kunst und Technik im Alltagsleben wurde explizit gestellt. Kunst und Kunsthandwerk sollten dabei zusammengeführt und neue Stilrichtungen gefördert werden, um zu zeigen, dass das Schöne und Nützliche eine sinnvolle Einheit ergeben kann.<br>

Insgesamt 46 Länder nahmen 1937 in einer politisch sehr angespannten Atmosphäre an der Weltausstellung teil. Die zwei markantesten Beispiele für die Inszenierung nationaler Ideologien und Propaganda waren die einander gegenüberliegenden Pavillons Deutschlands und der Sowjetunion. Mit ihrer klassizistischen Architektursprache standen sie im Gegensatz zum innovativen Ansatz und den Zielen der Weltausstellung. Spanien befand sich seit 1936 im Bürgerkrieg. Im filigranen Pavillon von José Luis Sert aus Glas und Stahl stellte Pablo Picasso sein weltberühmtes Antikriegsbild «Guernica» neben Alexander Calders «Quecksilberbrunnen» und Joan Mirós Gemälde «Der Schnitter» aus. Die grosse Zahl anderer namhafter Künstler wie Le Corbusiers mit seinem «pavillon des temps nouveaux», Henry van de Velde, Robert Delaunay, Fernand Léger oder Alvar Aalto verdeutlichen, dass Künstler von Weltruhm ihr jeweiliges Land vertraten.

Auch Carl Roesch zählte 1937 zu den anerkannter und erfolgreichen Künstlern seines Landes. Mit seinen dekorativen, grossformatigen Wandgestaltungen und Fresken war er Teil des nationalen wie internationalen zeitgenössischen Kunstdiskurses und stand zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Roesch wurde als ein Repräsentant zeitgenössischer Schweizer Kunst neben Walter Clénin, Heinrich Danioth, Maurice Barraud, Arnold Huggler und Karl Geiser nach Paris gesandt. Er erhielt den Auftrag, ein Wandbild für den Hof des Schweizer Pavillons der Basler Architekten Bräuning, Leu & Dürig zu entwerfen.

Während einige seiner Schweizer Kollegen idyllische Landschaften, traditionelle Schweizer Motive mit folkloristischen Elemente wie Alphornbläser und Hirtenszenen realisierten, setzte sich Carl Roesch mit der Darstellung des «Schwingens», einem Nationalsport der Schweiz, von einem idealisierenden Schweizbild ab. Sein erster Entwurf, der ein schlicht gekleidetes Bauernpaar, eine Magd und Kühe zeigte, wurde von der Jury ablehnt. Mit dem zweiten Vorschlag «Schwinget mit Zuschauern» kam Carl Roesch den Vorstellungen der Jury in seiner Motivwahl entgegen, er blieb aber in der Umsetzung seinem eigenen Anspruch und seiner Bildsprache treu.

 «Schwinget mit Zuschauern» ist ein monumentales Beispiel der «lebendigen Abstraktion» und der Suche nach der «bedeutsamen Form», die den Künstler lebenslang antrieb.

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