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Nach dem Brand von 1932 wurden für die Wiederherstellung der Zeittafelfelder elf Maler zum Wettbewerb eingeladen; Carl Roesch erhielt den 1. Preis.

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Carl Roesch beteiligte sich im November 1934 am Wettbewerb zur Ausschmückung der neuen Galluskriche in Oberuzwil. Sie war vom renommierten Schweizer Kirchenarchitekten Fritz Metzger entworfen worden. Mit seinem feinsinnigen, auf die sachliche Architektur Bezug nehmenden Entwurf überzeugte Carl Roesch die damalige Jury und setzte sich erfolgreich gegen seine Zürcher Mitbewerber Paul Bodmer und Alexandre Blanchet durch.

Die Galluskirche zählte schon kurz nach ihrer Entstehung zu den beachteten Kirchenbauten im Stil des Neuen Bauens. Auf der Landesaustellung von 1939 wurde sie als besonderes Beispiel zeitgenössischer kirchlicher Baukunst und Innenraumgestaltung einem breiten Publikum präsentiert. Auch heute noch finden die drei von Carl Roesch gestalteten Werke - das Chorwandfresko, die Glaswand und das 1936 für das Antependium gefertigte Mosaik "Christus im Grabe" grossen Anklang. Zum 75-jährigen Jubiläum der Galluspfarrei im Jahr 2010 wurde das Wandfresko in einer eigenen Ausstellung gewürdigt. Es zählt mit 15 Metern Breite und 10 Metern Höhe zu den grössten Freskogemälden in der Schweiz.<br>

Das Konzept und die Umsetzung stellten für Carl Roesch aufgrund der strengen Architektursprache der Galluskirche aber auch wegen der Dimensionen der Chorwand eine Herausforderung dar. Roesch gelang es, den schlichten, saalartigen Innenraum mit seinem Fresko zu einem harmonischen Abschluss zu führen. Der Aufbau des Wandgemäldes und der Glaswand spiegeln die architektonische Schlichtheit des Baus wider. Roesch nahm als Grundmass der Freskokomposition den Neigungswinkel der Dachschrägen auf. Aus der Vervielfachung, Spiegelung und Parallelstellung dieses Winkels erstellte er ein rautenartiges Grundgerüst. Schachbrettartig wechselte er dunkle und helle Hintergrundpartien. Vor diesen Grund setzte er 31 Heilige in Dreier- oder Vierergruppen gebündelt und ordnetete sie symmetrisch um den im Zentrum platzierten "Thronenden Christus". Für die Darstellung der Heiligen orientierte sich Roesch an romanischen Wandmalereien, die er während seiner Aufenthalte in Italien, Graubünden, Südtirol und im Tessin eingehend studiert hatte. Die Glaswand gestaltete er aus unterschiedlich farbigen Quadraten in lockerer Anordnung.

Die dunklen Blau- und die hellen Rosatöne der Glaswand erzeugen durch den je unterschiedlichen Lichteinfall eine eigene Rhythmik und prägen die Atmosphäre des gesamten Raumes. Zusammen mit dem Wandfresko, seiner hinterlegten Rautenstruktur und der strengen Symmetrie entsteht ein lebendiger Licht- und Schattendialog. Moderne und tradierte Formensprachen verbinden sich in dieser Innenraumgestaltung zu einem kohärenten Ganzen.

 (Helga Sandl / Kunsthistorikerin)

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Spielerische Leichtigkeit, Eleganz und Witz versprühen die Wandmalereien am Badepavillon auf Schloss Heerbrugg. Sie zählen zu den Hauptwerken Carl Roeschs.

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Seinen Namen erhielt das 1492 erbaute Bürgerhaus von seinem Besitzer Ritter Hans von Waldkirch, der es 1566 umbauen und von Tobias Stimmer bemalen liess. Das Bildprogramm des «Hauses zum Ritter» befasst sich mit Heldentaten und Tugenden und setzt sich aus vielen Einzelszenen zusammen. Dargestellt sind Szenen aus der griechischen Mythologie, aus römischen Volkssagen und der römischen Geschichte, die Heldendaten und Vaterlandsliebe thematisieren. Sie sind mit Personifikationen und Allegorien der Tugenden kombiniert. «Gloria» mit Szepter und einer Weltkugel zu Füssen, «Immortale», «Prudentia»  und «Fortitudo, sowie «Virtus» die Personifikation der soldatischen Tapferkeit, die Nymphe Daphne, die sich zum Schutz vor Apoll in einen Lorbeer verwandelt, die Ankunft Odysseus' bei der Zauberin Kirke, Perseus mit dem Haupt der Medusa, Marcus Curtius, der vom Giebel des Hauses aus mutig in den Opfertod springt, dazwischen Soldaten in römischer Rüstung im Kampf und beim Siegeszug tummeln sich an der Hausfassade. Die einzelnen Szenen sind in eine grosszügig ausformulierte, irrationale Scheinarchitektur aus Pilastern und Festons mit perspektivischen Vorsprüngen eingebettet. Diese Art der Selbstdarstellung war Ausdruck des Repräsentationsbedürfnisses und des Selbstbewusstseins des Bürgertums in der Renaissance. Typisch für diese Zeit ist die Orientierung an klassisch-antiken Vorbildern in Verbindung mit neuen humanistischen Idealen wie sie hier gezeigt werden. Das «Haus zum Ritter» ist ein markantes Beispiel für die Kommunikation von Wertvorstellungen über Architektur und Malerei, mit der sich der Auftraggeber selbstbewusst neben Adel und Klerus stellte. Es zählt heute zu den bedeutendsten erhaltenen Renaissancefresken nördlich der Alpen.

Carl Roesch gewann 1937 den Wettbewerb für die Rekonstruktion der berühmten Renaissancefresken von Tobias Stimmer am «Haus zum Ritter» in Schaffhausen. Er hatte bei der Jury durchgesetzt, dass die Fresken nicht als Reproduktionen, sondern als Nachschöpfungen ausgeführt werden. Zu diesem Zweck studierte er die Stimmer-Zeichnungen im Baseler Kupferstichkabinett als auch die Reste der abgelösten Originalfresken im Museum Allerheiligen in Schaffhausen und stellte Kostümstudien an. In vielen Vorzeichnungen spürte er der Üppigkeit und Überschwänglichkeit der Originalfresken nach.

Carl Roesch war besonders darauf bedacht, «die Frische und Kühnheit der Erfindung», den «Stimmerschen Geist» in seine Nachbildungen umzusetzen. Zur Zeit der Ausführung dieses grossen öffentlichen Auftrages befand sich der Künstler auf dem Zenit seiner künstlerischen Laufbahn. Die fast zwei Jahre andauernde körperliche Anstrengung und die gleichzeitige künstlerische Beschränkung stellten eine grosse Herausforderung für ihn dar. Auch die öffentliche Vorgabe mit Keimscher Mineralfarbe und nicht al fresco malen zu müssen, erschwerte ihm seine Arbeit. Die Vielzahl öffentlicher und repräsentativer Aufträge, die Carl Roesch erhielt, schränkte ihn einerseits zeitlich in seiner freischaffenden Tätigkeit ein, sie ist andererseits Ausdruck und Bestätigung der Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen in der breiten Öffentlichkeit.

(Text: Helga Sandl / Kunsthistorikerin)

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Heute befinden sich die ein kontrovers diskutierten Gemälde im Berufs- und Bildungszentrum Arenenberg.

Urs Roesch, der Neffe, des Künstlers, der seinem Onkel bei der Hängung der Wandbilder im Speisesaal der Landwirtschaftlichen Schule Arenenberg half, erinnerte sich gut an eine prekäre Situation, die sich damals ereignete:

 «Wir waren mitten am Probieren und Hängen, da polterte ein stämmiger, fester Mann herein, schaute sich kurz um und rief: "Use mues dä Mischt, höred sofort uf, da bliebt nid do inne, do bin i Tätschmeischter, wer hät so grusigs Züüg bschtellt?" Ich war erschrocken und verwundert über diesen Auftritt, Carl aber blieb ganz ruhig und sagte zu uns: "Mached nur wieter!" Dann fragte er den Mann, wer er überhaupt sei. Dieser stellte sich ungehalten als Regierungsrat Reutlinger und damit oberster Chef der Schule vor. Er sei selbst Bauer, erklärte er, und deshalb wisse er, wie ein Acker aussehe. Das rote Geschluder sei kein Acker und müsse deshalb weg. Carl aber liess nicht auf einen Disput ein. Die Bilder seien bestellt und speziell für diesen Ort gemalt worden, offenbar unterstünde der Speisesaal einem anderen Regierungsrat, entgegnete er. Reutlinger zog an seinen Hosenträgern und liess sie knallen, drehte sich um, und verliess mit hochrotem Kopf den Speisesaal.»

Carl Roesch hatte während seiner langen künstlerischen Schaffenszeit immer wieder auch mit Ablehnungen zu kämpfen. Einerseits waren seine Werke bekannt und sehr beliebt, andererseits mangelte es auch an Verständnis für seine zu wenig realistische und naturgetreue Bildauffassung. Nach aussen hin blieb Carl Roesch ruhig, innerlich aber beschäftigten ihn Vorkommnisse wie diese zutiefst. Er blieb seiner künstlerischen Überzeugung trotz aller Widerstände jedoch immer treu.

Urs Roesch erinnert sich weiter: «Auf der Heimfahrt erklärte Carl: "Dabei habe ich mir die Farbwahl genau überlegt. Ich nahm mich zurück, ich dachte didaktisch, wollte den Jungbauern nicht zu viel zumuten. Es sei richtiger, sie auf subtile Weise in die natürliche Sicht und eine kraftvolle Bildsprache einzuführen. Und jetzt regt man sich sogar über das sosehr Zurückgenommene auf. Sie werden es schon noch lernen!»

Mit den Wandbildern auf Arenenberg löste Carl Roesch einen Sturm bei der damaligen Thurgauer Regierung aus. Die Gemälde wurden einer gemeinsamen kritischen Besichtigung durch die Regierungsräte sowie einer Begutachtung durch zwei unabhängige Experten unterzogen. Monate später erhielt Carl Roesch die Ergebnisse der Untersuchung. Die Wandbilder, so wurde mitgeteilt, seien von der Mehrheit für gut befunden worden, dürften vor Ort bleiben und seien eine Verschönerung des Speisesaals.

(Urs Roesch / Helga Sandl)