Der Nachlass von Carl Roesch enthält neben Kunstwerken, Skizzen- und Tagebüchern ein ungewöhnliches Werkkonvolut: die Bilderbögen. Der Künstler hat aus illustrierten Zeitschriften, Katalogen, Broschüren und Auktionskatalogen über tausend Bilder ausgeschnitten und diese auf Kartons im Format DIN-A2 zu eigenen Zusammenstellung aufgeklebt. So sind 210 Bilderbögen entstanden, in denen sich Roesch mit der Kunst und Kultur seiner Zeit auseinandersetzt. Die Bildmontagen widerspiegeln einerseits Roeschs persönliche Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte, andererseits bieten sie ein kulturhistorisches Panorama des 20. Jahrhunderts.
Die über tausend Bilder bieten einen gewaltigen Schatz an Informationen. Sie geben Auskunft darüber, welchen Themen von den damaligen Kunstschaffenden Relevanz hatten oder wie Kunst und Kultur in den Medien aufschienen. Um dieses Wissen zu erschliessen, wurden die Herkunft der verwendeten Bilder eruiert, wodurch die Ordnungsarbeit des Künstlers in einen kulturhistorischen Kontext gesetzt wird. Das in den Bilderbögen gesammelte Wissen wurden von den Kunsthistorikerinnen Miriam Waldvogel und Helga Sandl in einer eigens für diesen Zweck programmierten Datenbank erschlossen. Dieses Instrument ermöglicht es, gezielt nach Hintergründen zu den Bilderbögen und zu den einzelnen Bildern zu suchen. Zudem wurden neben diesen Fakten auch Interpretationen, Recherchen und Bezüge erfasst. Die Datenbank soll als Grundlage für weitere Forschungen zum Werk Carl Roeschs dienen. Sie ist allen Interessierten als öffentliche Website zugänglich.
Weiterführende Literatur
Ein ausführlicher, wissenschaftlicher Beitrag zu den Bilderbögen erschien 2015 in der Publikation: Carl Roesch. Ein Schweizer Maler, Hg. Stefan Borchardt, Belser-Verlag. Autorin des Beitrags ist Helga Sandl, Germanistin und Kunsthistorikerin und zudem Stiftungsrätin der Carl und Margrit Roesch-Stiftung.
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Carl und Margrit Roesch-Stiftung
Markus Landert, Stiftungsratspräsident
Lachenstrasse 25a
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