Carl Roesch, Früchtetragende Figuren,
1913
Glasmalerei
CMR-Stiftung
Vor dem ersten Weltkrieg konnte Carl Roesch auch in Deutschland Aufträge für Glasfenster umsetzen. Dafür arbeitete er mit der wichtigen Manufaktur von Gottfried Heinersdorf zusammen. Das Werk "Früchtetragende Figuren" wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Seine Existenz ist lediglich in der Publikation "Die Glasmalerei. Ihre Technik und ihre Geschichte" von Gottfried Hellersdorf dokumentiert. In diesem Buch wird Carl Roesch einer der zeitgenössischen Künstler genannt, die in dieser Technik arbeiten.
1913 wird die Scheibe in der Ausstellung "Raum und Bild" im Zürcher Kunstgewerbemuseum ausgestellt. In einer Rezension findet das Werke grosse Beachtung: "Zu dem figürlichen Glasbild schreibt uns der Künstler Carl Roesch u.a.: „Für einen Speise- oder Vergnügungssaal eines Hotels bestimmt hat die Scheibe nichts weiter zu sagen, als durch den Rhythmus wohlabgewogener Farben und Linien auf den Beschauer einen ruhigen, wohltuenden Eindruck zu machen. Das Tragen von Früchten und Blumen war das Motiv, um ein schönes Linienspiel bewegter Figuren zu erhalten und dieses wieder die Ursache, starke harmonische Farben zu einer Wirkung zu vereinigen, wie sie ausser in der Glasmalerei selten mit einem anderen Material erreicht werden kann.“ — Die im Original wirklich wundervolle, warme Farbenzusammenstellung ist etwa die: Auf dunkelblauem, von hellem Rankenwerk mit rotweissen (pilzförmigen) Blüten durchzogenem Grunde hebt sich der braunrote Oberkörper der Mittelfigur ab, die in zwei (dunkeln!) Körben auf dem Kopf und im linken Arm buntfarbige Früchte trägt; ihr Gewand ist rot. Die vier sie umgebenden Diener haben abwechselnd lila und moosgrüne Gewänder; der zur Linken hebt eine leuchtend rote, der zur Rechten eine dunkelgrüne Schale in die Höhe, der Lampion rechts unten ist dunkelblau mit leuchtend rotem Querband. Grün in verschiedenen Abstufungen bildet die Umrahmung des Ganzen; die vertikalen Leisten treten in Wirklichkeit aus dem dunkelblauen Grunde ganz zurück."
Schweizerische Bauzeitung Band LXII, 1913, S. 233
«Raum und Bild», Rezensions durch Raumkunst-Ausstellung im Züricher Kunstgewerbemuseum.
Kontaktadresse
Carl und Margrit Roesch-Stiftung
Markus Landert, Stiftungsratspräsident
Lachenstrasse 25a
8500 Frauenfeld