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Carl Roesch, Zuschauer im Bauerntheater, 1926


© CMR-Stiftung

Carl Roesch, Zuschauer im Bauerntheater, 1926
Mosaik auf Hartfaserplatte
90.0 x 90.0 cm
Kunstgewerbemuseum Zürich

Ab 1926 experimentiert Carl Roesch intensiv mit der Mosaiktechnik. Als Nummer 5 ins seiner Auflistung der Mosaikarbeiten entsteht das Werk Zuschauer im Bauerntheater, das er bereits 1926 dem Kunstgewerbemuseum in Zürich verkaufen kann.

Das Motiv geht zurück auf den Besuch eines Dorftheaters in Dörflingen, einer Nachbargemeinde von Diessenhofen. In seinem Tagebuch vermerkt er am 4. Februar 1923: "Theater in Dörflingen. Ich sah noch selten so einen echten, unverfälschten Kitsch wie dieses Theater samt Aufmachung des ganzen Saales. Wir sassen erst auf der improvisierten Galerie, sitzend den Kopf an der Decke, in Rauch und Schweiss gebadet. Nachher, unter der Galerie, bot der Blick durch den Raum auf die Bühne ein ungemein reizvolles Bild. Kopf an Kopf wie die Heringe, darüber (man sah schon vor Beginn durch den durchsichtigen Vorhang die Akteure mit Ernst ihre Stellung einnehmen) liebliche Schüchternheit der Mädchen, bäurisch-linkische Bewegungen der hochroten Ritter. An der Tür ein Kommen und Gehen. Rauch und Rotwein. Im Saal auf allen Gesichtern (sogar auf unsern) Ernst und Stolz. Ein entzückender Kitsch". Im Mosaik werden der "Ernst und Stolz" auf den Gesichtern bildnerisch gefasst. In diesem Motiv findet das Interesse von Roesch für das Volkstümliche und das Dorfleben einen ersten überzeugenden Ausdruck, der auch von der damaligen Kunstszene verstanden wurde. 

Kontaktadresse
Carl und Margrit Roesch-Stiftung
Markus Landert, Stiftungsratspräsident
Lachenstrasse 25a
8500 Frauenfeld

kuratorium@carl-roesch.ch