Carl Roesch und Erich Brändle

In regelmässigen Abständen wird die Dauerausstellung im Museum kunst + wissen in Diessenhofen neu gehängt, um die Vielfältigkeit des Werkes von Carl Roesch zeigen zu können.

Carl Roesch_Stilleben mit Birnen und Glas_1935

Erich Brändle_o.T._Gouache_1997

 

 

 

 

 

 

 

 

Die derzeitige Hängung orientiert sich an unterschiedlichen Themenfeldern.

Beginnend mit der Ateliersituation, über frühe Landschaftsbilder, das bäuerliche Umfeld und Stillleben, gefolgt von Auseinandersetzungen mit Vorbildern wie Cézanne, bis hin zu den abstrakten Kompositionen des Spätwerkes – chronologisch führt die Ausstellung durch das gesamte Lebenswerk des Künstlers. An ein paar Stellen wird mit der Chronologie absichtsvoll gebrochen und Früh- und Spätwerk werden einander direkt gegenübergestellt.

Eingestreut finden sich ebenso Arbeiten von Margrit Roesch, die selbst eine ausgebildete Künstlerin war. Wie kleine Dialoge verdeutlichen diese Bildkonstellationen, die Bezugnahme der beiden aufeinander. In der gegenseitigen Beobachtung im Atelier, in ihrer  Wahl ähnlicher Motive finden Annäherungen als auch klare Abgrenzungen statt.

Auch die Wechselausstellung von Erich Brändle mit dem Titel:“ Alles in Allem“ hat die Wahl der Werke als auch die Art der Hängung mitbestimmt. Erich Brändle kannte das Ehepaar Roesch gut. Schon in seiner Kindheit war er oft bei Ihnen zu Besuch und zeigte ihnen seine ersten künstlerischen Versuche. Erich Brändle inszeniert in seinem Ausstellungskonzept die zeitlichen Brüche in seinem Werk und erhebt die Skizze zu einem Medium der Freiheit. Seine Auseinandersetzung mit dem Thema „Farbe“ tritt in vielen seiner gezeigten Werke deutlich hervor.

Auch für Carl Roesch war das Thema „Farbe“ von grosser Bedeutung. Die Auflösung des Sichtbaren in Farbflächen, die Reduktion auf geometrische Formen, das Spiel mit zarten Farbklängen lässt sich in zahlreichen Variationen eines Motives nachvollziehen.

Der Faltenwurf schliesslich ist eines der Grundmotive im Werk von Carl Roesch. Sei es im „Stillleben mit blauen Tüchern“, in den langen Röcken der Bäuerinnen oder in der aufgehängten Wäsche. Am Wurf der Falten, in den Gewändern der Bäuerinnen, in ihren Kopftüchern vollzieht sich der Übergang von der „realistischen“ Volumendarstellung zur abstrakten, monumental wirkenden Flächenkomposition.

(Kuration: Helga Sandl)